ADAC Siegerland Classic

Siegerland Classic: Eine Hitzeschlacht mit kurzer Abkühlung

Beim Blick gen Himmel strahlten die Organisatoren des AMC Burbach (ADAC) am Sonntagnachmittag bei der Zielankunft der ersten Fahrzeuge im Rahmen des Burbacher Museumsfestes mit der Sonne um die Wette. Dazu hatten sie allen Grund. Die zehnte Auflage der inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Oldtimerfahrt war ohne Zweifel der Höhepunkt der noch jungen Historie. Doch schon wenige Minuten später sorgte ein Wolkenbruch mit Hagelschauer für eine unwillkommene Abkühlung der Akteure und Zuschauer. Nach einer kurzen Unterbrechung konnte das Schaulaufen der edlen Karossen aber wie geplant fortgesetzt werden. „Ich danke allen rund 100 Helfern und den Unterstützern für ihr Engagement. Sie alle haben es erst ermöglicht, dass wir wieder eine so tolle Veranstaltung bieten konnten“, zog AMC-Vorsitzender Wilfried Bub ein erstes Fazit.

Im Bürgerhaus wurden abends die Sieger Fahrtleiter Willi Potjans geehrt. Wolfgang und Regine Jung (Neunkirchen) im orangenen Opel Ascona B hatten diesmal alle Aufgaben am besten absolviert und bekamen nur 12 Strafpunkte. Damit verwiesen sie die Favoriten Erich Loos/Michael Reineck (Siegen/Niederndorf) im Mercedes 190 E auf Rang zwei mit 18,3 Strafpunkten. Die konnten den anvisierten Sieg-Hattrick dadurch nicht erreichen. Platz drei ging an Klaus Müller/Rolf Pellini (Linden/Frankfurt) im Lancia, für die 21,6 Punkte zu Buche standen.

In der touristischen Wertung gewannen Anke Loos/Wolfram Klappert (Siegen/Freudenberg) im Alfa Romeo mit nur einem einzigen Strafpunkt. Platz zwei ging an das Vater-Tochter-Duo Thorsten und Carla Flick (Wahlbach) im Adler mit 5,7 Strafpunkten. Dritte wurden Simon Stötzel/Karl Georg Rheingans (Weitefeld/Kirchen) mit einem VW Golf 2 und 9,2 Strafpunkten.

Schon frühmorgens verfolgten zahlreiche Fans den Start der mehr als 100 Young- und Oldtimer auf dem Gelände des Maxi-Autohofs in Wilnsdorf. 28 Automobilmarken von Adler bis Volkswagen wurden von Sportleiter Sebastian Scholko durch den Startbogen geschickt. Das älteste Fahrzeug brachten Andreas und Gudrun Beul aus Haiger an den Start. Ihr Ford A aus dem Jahre 1930 hat 29 Pferdestärken unter der Haube.

Unumwundener Star der Siegerland Classic war diesmal Roland Asch. „Es ist ja unglaublich, wie viele Fans ich hier offenbar immer noch habe.“ Der sympathische Schwabe musste viele Hände schütteln, Autogramme und Interviews geben. Die knappe Freizeit vor dem Start nutzte er aber gerne auch für die Begutachtung anderer Oldtimer. „So einen Alfa Romeo hatte ich auch einmal, und der Fiat 500 steht noch in meiner Sammlung“, plauderte der Italien-Fan aus dem „Werkzeugkästchen“. Und als der Autor dieser Zeilen ihm einige Presseberichte und Fotos aus seinen Anfangsjahren im Rennsport zeigte, strahlte Roland Asch: „Schau mal, das war 1981 in Hockenheim, da warst Du noch gar nicht auf der Welt“, zeigte er seinem jungen Beifahrer Jan Derenbach aus Burbach stolz die Fotos, die ihn beispielsweise mit Wolfgang Land zeigten, den er im Ziel ebenfalls bei der Präsentation des Audi R8 LMS des Teams Montaplast by Land-Motorsport traf. Um sich dann seiner eigentlichen Aufgabe zu widmen: „Der schnurrt wie ein Kätzchen, freute sich Asch auf den Start mit seinem Mercedes 350 SL.“

Derweil haderte Ex-Schwimmweltmeister Mark Wernecke (Witten) noch mit den Feinheiten des Oldtimersports. „Was heißt denn ‚Vorzeit abwarten‘, wollte er noch kurz bevor die Startampel auf Grün schaltete wissen?“ Dann gab er seinem Opel Kadett B die Sporen. Er lag bei seiner Premiere mit Beifahrer Dr. Jörn Heinze auf Gesamtrang 39 der Touristikwertung. Und damit vor Lance David Arnold/Alex Prinz (Duisburg/Eindhoven im Porsche 911 Carrera. Asch/Derenbach wurden 43. Da gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial! Spaß scheint es aber allen Promi-Teams gemacht zu haben: „Wir kommen wieder“, versprachen sie spontan.

„Ich ziehe die Schuhe aus, dann passt es!“ – n-tv-Moderatorin Verena Wriedt - stilecht im Retrolook gekleidet - schwang sich mit einem Lächeln in das recht enge Cockpit des Singer-Oldtimers (Baujahr 1934) des stellv. Fahrtleiters Hans-Werner Hein. Der chauffierte die sympathische Blondine außer Konkurrenz über einen Teil der rund 150 km langen Strecke durchs Siegerland und Wittgensteiner Land. An mehreren Orten wurden Anmoderationen für eine n-tv-Sendung aufgezeichnet.

Hans-Peter Mann (Köln) ist der treueste Teilnehmer der Siegerland Classic. Er hat alle zehn Veranstaltungen unter die Räder genommen. Zu seiner persönlichen „Jubiläumsfahrt“ rückte er mit Beifahrer Peter Schenk im Porsche 911 Cabrio aus.

Zu den Publikumslieblingen auch bei der Mittagsrast auf der Ginsberger Heide und der Kaffeepause beim Druckzentrum der Siegener Zeitung in Dreis-Tiefenbach zählte sicherlich der rot-weiße VW Käfer (Baujahr 1968) von Anke Schwarze/Brigitte Heuschkel (Würgendorf). Die Ehefrau des Burbacher Gemeindebrandinspektors und die Feuerwehrfachfrau der Gemeinde Burbach hatten Spaß daran, das Signalhorn des Käfers ertönen zu lassen. Der Wagen steht ansonsten in Diensten der Würgendorfer Feuerwehr. Wolfgang und Regine Jung sowie Anke Loos/Wolfram Klappert die Siegerteams


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