Über 350 Oldtimer und Sonne satt: die 23. ADAC Bad Sassendorf Classic

Autoreninfo: Janine Lollert, ADAC Westfalen e.V.
Foto: Andreas Buck

Am Sonntag, den 10. September, erlebten die Teilnehmer der 23. ADAC Bad Sassendorf Classic und die Besucher des Oldtimer-Treffens einen unvergesslichen Tag. Die 54 Teams legten mit ihren alten Schätzchen eine Strecke von über 120 km durch die idyllische Soester Börde zurück und zeigten neben ihrer Liebe zu den historischen Fahrzeugen auch noch einiges an Geschicklichkeit bei den verschieden Sonderprüfungen.

Die Teilnehmer mussten beispielsweise bei der „Zollkontrolle“ am Flugplatz Lohne 50 Zoll zurücksetzen – doch wie viel sind überhaupt 50 Zoll? Umgerechnet sind das 127 cm. Doch auch wenn man die korrekte Länge herausgefunden hat, braucht man für das erfolgreiche Erfüllen der Aufgabe sehr viel Geschick.

Die Mittagsrast am Haus Düsse bot nicht nur eine willkommene Gelegenheit zur Entspannung, sondern auch weitere unterhaltsame Herausforderungen für unsere Teilnehmer. Denn vor der verdienten Pause mussten die Teams den Radius ihrer Reifen schätzen. Gar nicht einfach, aber für die Teams machbar.

Das Zwischenfazit der Teilnehmer fiel durchweg positiv aus: „Es ist bisher eine sehr schöne Veranstaltung, wir haben sicherlich zwischendurch mal gepennt beim einen oder anderen Ortsschild, aber das passiert halt. Und das Auto läuft zuverlässig, das ist ja eigentlich so die Hauptsache. Aber klar, der Ehrgeiz ist natürlich schon da, aber das hier ist ja eine touristische Ausfahrt und keine Rallye auf Zeit. Da ist dann der Ehrgeiz nicht an erster Stelle, sondern die schönen Orte und vor Allem der Spaß“, fassen Duscha Vujonovic und Thomas Bruns – unterwegs mit ihrem MG TA aus dem Baujahr 1937 – ihre erste Etappe zusammen.

ADAC Wolkenmobil empfängt die Oldies

Ein besonderer Höhepunkt war der Empfang am Haus Düsse durch das ADAC Wolkenmobil, ein Heißluftballon des ADAC in NRW. Ulrich Zadach, Pilot des Wolkenmobils, war begeistert von der Veranstaltung und auch das Wetter hat mitgespielt: “Wir hatten erst ein bisschen Wetterbedenken, aber jetzt hat alles gut geklappt, wir haben nur wenig Wind. Wenn wir hier unten stehen, ist es ziemlich heiß, aber wenn wir in der Luft sind, ist es deutlich angenehmer, auch nicht kälter, aber angenehmer als hier unten. Man bekommt die Hitze dann nicht so mit.“

Für die Teams sorgte nur der Fahrtwind für ein bisschen Abkühlung, trotzdem wurden die Teilnehmenden nach ihrer Mittagspause nicht einfach wieder auf die Strecke gelassen: Zuerst mussten sie schätzen wie viel Abstand eigentlich zwischen dem Boden und ihrem vorderen Kennzeichen ist. Gar nicht so einfach, weil viele Kennzeichen nicht direkt am unteren Fahrzeugrand befestigt sind.

Auf dem Rückweg Richtung Kurpark Bad Sassendorf konnten die Teilnehmer die malerische Landschaft und das strahlende Wetter in vollen Zügen genießen – natürlich gespickt mit weiteren Sonderprüfungen.

Ausrichten, zielen und einlochen: Car-Pong auf der Ziellinie

Ab 14:30 Uhr kehrten die ersten Oldtimer von der Ausfahrt zurück in den Kurpark. Auf der Zielgeraden wurde es dann noch einmal spannend, denn eine Zieleinfahrt ohne abschließende Sonderprüfung - das wäre ja gelacht. Car-Pong stand auf der Tagesordnung: Die Fahrer mussten zunächst ihren Oldie genau positionieren. Anschließend konnten die Beifahrer ihr Ball-Gefühl unter Beweis stellen. Es galt 5 kleine Bälle in einen 9-teiligen Kasten zu werfen – und das aus dem Auto heraus. Die zahlreichen Zuschauer fieberten gespannt mit und feuerten die Werfer tatkräftig an!

Den Ziel-Kasten haben wir übrigens dem ADAC Westfalen Touristikvorstand Thomas Frisse zu verdanken: „Sie haben lange überlegt, `was machen wir denn für ein Spiel auf der Zielgeraden‘, denn hier ist ja der meiste Publikumsverkehr. Dann haben sie sich für Car-Pong entschieden und ich fands total interessant aus dem Auto heraus mit einem kleinen Ball auf einen Kasten zu werfen. Den Kasten habe ich dann natürlich in meinem Beruf als Schreiner hergerichtet.“

Trotz allem sportlichen Ehrgeizes stand bei der touristischen Ausfahrt aber natürlich – wie immer – der Spaß im Vordergrund. Und den hatten alle Beteiligten zur Genüge. Aber das war bei über 30 Grad und Sonne satt auch nicht anders zu erwarten!

350 Oldtimer beim Festival im Kurpark

Parallel zur Ausfahrt – mit Start und Ziel im Kurpark Bad Sassendorf – fand ab 12 Uhr das Oldtimer-Treffen „ADAC Bad Sassendorf Classic im Park“ im Kurpark selbst statt. Die zahlreichen Zuschauer mussten also nicht darauf warten, bis die Oldies von der Ausfahrt zurückkommen. Und hier gab es jede Menge alte Schätzchen zu sehen, eins seltener und außergewöhnlicher als das andere. Mit insgesamt rund 350 Oldtimern aller Art verwandelte sich der Kurpark über den Tag hinweg in ein richtiges Oldtimer-Museum.

Ein Oldtimer, genauer gesagt ein roter Porsche 924 aus dem Jahr 1981, gehört der 2. stellvertretenden Bürgermeisterin Angelika Cosmann. Sie ist seit Jahren Fan der Veranstaltung und freut sich, dass sie weiter fester Bestandteil im Eventplan des Kurparks ist: „Sie ist wichtig, aber im Grunde auch schon Tradition. Das ist schon eine tolle Sache hier im Kurpark mit den Oldtimern und wir wissen das über viele Jahre, wie gut das angenommen wird und man muss jetzt auch wirklich sagen, dass wir mit dem ADAC einen wirklich tollen Veranstaltungspartner gefunden haben. Denn wir wissen auch aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, diese Veranstaltungen am Leben zu halten, Menschen zu finden, die sich engagieren und die Strecken ausarbeiten.“

Ein weiteres Highlight im Park – neben den ganzen Oldtimern – war zudem die kulinarische Vielfalt: Von Bam-Bam-Burger über die Schlemmerkanone bis hin zum Eis-Bulli 76 wurde ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt!

„Unerwartete“ Sieger

Die Siegerehrung am Gradierwerk im Kurpark brachte Spannung und Freude gleichermaßen. Annabell und Pierre sicherten sich auf ihrem Marlin Hunter Cabrio aus dem Jahr 1983 den Sieg, jedoch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,04 Punkten vor den Zweitplatzierten Gunnar und Thomas auf ihrem Porsche 911 von 1986.

„Es ist wunderbar, unbeschreiblich. Wir können es immer noch nicht fassen. Also wir hatten uns vielleicht noch den 17. oder 18. Platz gedacht, aber dass wir dann tatsächlich 1. werden, das war für uns nicht denkbar“, können es Annabell und Pierre kaum glauben.

Eine rundum gelungene Doppelveranstaltung, die ohne die tatkräftige Unterstützung durch unser Ehrenamt so nicht umsetzbar gewesen wäre! Deshalb gilt hier besonderer Dank dem AMC Arnsberg, dem MSC Schmallenberg, dem MSC Sprockhövel und dem Dortmunder MC. Auch Ortsclubvorstand Klaus Hasenpusch freut sich über die tolle Veranstaltung und bedankt sich bei allen Beteiligten: „Bestes Wetter, viele schöne Autos, freundlich und zufriedene Teilnehmer. Das Zadach-Ballonteam hat aufgebaut – schweißgebadet – aber die haben es sich nicht nehmen lassen hier zu sein. Ich finde, es ist einfach eine gute Stimmung und ich kann nur “Danke” sagen. Danke an alle Helfer, Hauptamt und natürlich Ehrenamt und allen Ortsclubs, die hier schwitzen und bis heute Abend durchhalten müssen!“

Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Deshalb über 350 Oldtimer, wie immer bestes Wetter, zwei grandiose Veranstaltungen – Kurpark, wir kommen gern wieder!

Den Link zur Bildergalerie findet ihr hier.
 

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