Bernhard P. Jühe ist eingefleischter Oldtimer-Fan und Experte für das Sauerland. Bei der Internationalen ADAC Zurich Westfalen Klassik hat der Vorsitzende des ADAC Westfalen die Gesamtleitung inne. Foto: ADAC Westfalen/Jörg Dieckmann
Bernhard P. Jühe ist eingefleischter Oldtimer-Fan und Experte für das Sauerland. Bei der Internationalen ADAC Zurich Westfalen Klassik hat der Vorsitzende des ADAC Westfalen die Gesamtleitung inne. Foto: ADAC Westfalen/Jörg Dieckmann

Kleine Überraschungen, große Gefühle und mobiles Kulturgut im Sauerland

Autor: Anne-Sophie Barreau

Bernhard P. Jühe ist ein bekanntes Gesicht in der Oldtimer-Szene. Der Vorsitzende des ADAC Westfalen organisiert die erste Internationale ADAC Zurich Westfalen Klassik (AZWK). Die Oldtimer- Rallye ist vom 7. bis 10. September im Sauerland unterwegs. Kurz vor Nennschluss spricht Bernhard P. Jühe im Interview über seine Begeisterung für Oldtimer, die Idee, selbst eine Oldtimer-Rallye im Sauerland zu organisieren und seine Heimat, das Sauerland.

Herr Jühe, woher kommt Ihre Begeisterung für Oldtimer?

Bernhard P. Jühe: Ich war schon immer autoverrückt. Mein Faible für Fahrzeuge wurde auch vom Motorsport geprägt – früher war ich als Rallye-Fahrer aktiv. Als ich dann 2000 hier in Deutschland mit einem guten Freund an der Weltrallye der Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA), also des Oldtimer-Weltverbands, mitgefahren bin, war es um mich geschehen: das „Oldtimer-Virus“ hatte mich befallen.

Wenn Sie AZWK hören, woran denken Sie dann als Erstes?

An vier genussvolle Tage und eine ganz besondere Oldtimer-Rallye! Das Sauerland mit seinen kurvigen Straßen, seiner vielfältigen Landschaft und seiner regionalen Küche ist einfach ein Traum für Oldtimerfans. Die Strecke der AZWK haben wir sorgfältig ausgesucht: Sie verläuft jenseits der bekannten Touristenrouten und lässt sich sportlich fahren. Trotzdem bleibt Zeit, die herrliche Fahrt vorbei an Wiesen und Feldern, Bergen und Tälern, Seen und Schlössern zu genießen und mit anderen Oldtimer-Freunden ins Gespräch zu kommen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber kleine Überraschungen werden den Teilnehmern außerdem hier und da die Fahrt versüßen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Oldtimer-Rallye ins Leben zu rufen?

Als Veranstalter hat der ADAC Westfalen bereits langjährige Erfahrung in der Unterstützung von Oldtimer-Rallyes der Ortsclubs in der Region. Diese sind sehr beliebt und immer gut besucht. Meines Erachtens war es einfach an der Zeit, selbst eine größere Oldtimer-Rallye in der Region zu organisieren.

Mit der AZWK ist der ADAC Westfalen also erstmals gleichzeitig Organisator und Veranstalter einer Oldtimer-Rallye in der Region. Wer steckt hinter der Organisation der Rallye?

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, das ganze Team ist mit Herzblut dabei. Der Aufwand ist natürlich enorm, aber mit seinen drei Abteilungen Sport, Tourismus und Clubservice ist der ADAC Westfalen gut aufgestellt, um solch eine Veranstaltung vorzubereiten. Unterstützt werden wir auch von zehn Ortsclubs in der Region; die Helfer treffen sich bereits seit Monaten regelmäßig zur Organisation der Oldtimer-Rallye. Außerdem konnten wir tolle Sponsoren gewinnen, die wir auf der Strecke von Bad Sassendorf vorbei am Möhnesee, über die Warsteiner Montgolfiade und den Flughafen Paderborn/Lippstadt besuchen werden.

Nennschluss ist der 31. Juli. Mit welchen Fahrzeugen können sich Interessierte für die AZWK anmelden?

Die Fahrzeuge müssen mindestens 30 Jahre alt sein. In Ausnahmefällen werden auch Youngtimer-Fahrzeuge zugelassen, die mindestens 20 Jahre alt sind. Die Anmeldung ist möglich unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.adac-westfalen-klassik.de und 0231-5499 235. Wir freuen uns auf ein buntes Teilnehmerfeld!

Und für Besucher ist die AZWK bestimmt auch sehr reizvoll.

Die Oldtimer sind wie ein „rollendes Museum“: Besucher können sie aus nächster Nähe erleben und sich mit den Fahrern austauschen. Im Gegensatz zu einem Automuseum sind die historischen Fahrzeuge auf der Straße und in Fahrt zu sehen. Das ist automobiles Kulturgut pur! Mit dabei sind auch Fahrzeuge aus den 1920er Jahren wie das wunderschöne Rally-Auto, Typ AZ, Baujahr 1924. Die AZWK entführt Zuschauer wie Fahrer sozusagen auf eine automobile Zeitreise.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Zum Beispiel darauf, dass eine originalgetreue Replik der sogenannten „Böhringer Pagode“ die AZWK als Vorwagen anführen wird. In dem legendären roten Mercedes-Benz 230 SL mit der Nummer 39 hatte die Rennsportlegende Eugen Böhringer 1963 die Rallye von Spa über Sofia nach Liège gewonnen. Ich freue mich aber auch schon auf viele strahlende Gesichter bei der AZWK und darauf, nach der Veranstaltung ein schönes Bierchen im Kurpark Bad Sassendorf mit Gleichgesinnten zu zischen.

Und zum Schluss noch ein Tipp für die Rallye:

Mit einem gut vorbereiteten Oldtimer steht dem Fahrspaß bei der AZWK nichts entgegen.


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