Oliver Frisse vor der Überrundung des Schwesterfahrzeugs. In der Frontscheibe die Platzierung im Gesamtklassement.
Oliver Frisse vor der Überrundung des Schwesterfahrzeugs. In der Frontscheibe die Platzierung im Gesamtklassement.

Klassensieg beim 24 h Rennen in der „Grünen Hölle“

Autor: Gisbert Frisse, MSC Bergstadt Rüthen

Der Knoten ist geplatzt. Beim vierten Anlauf gewinnt der MSC Bergstadt Rüthen Pilot Oliver Frisse gemeinsam mit Kevin und Cederik Totz (beide Brackel) sowie Thorsten Kratz (Mönchengladbach) das Marathonrennen zwei mal rund um die Uhr auf dem Sorg BMW in der Klasse V4.

Der BMW 325i vom Sorg Rennsport Team aus Wuppertal war perfekt vorbereitet. Außer den Routinestopps zum Tanken, Reifen- und Fahrerwechsel sowie einmal Bremsenwechsel lief das Auto wie am Schnürchen. Während der Qualifikation hatte das Team ein wenig Pech, immer wenn ein Anlauf für eine schnelle Runde auf der 25 km langen Variante aus Nordschleife und GP-Kurs genommen wurde, gab es irgendeinen Zwischenfall auf der Strecke der eine freie Runde verhinderte. Somit ging das Auto nur von der 4. Startposition aus ins Rennen.

Durch kontinuierlich schnelle Runden konnte man sich bereits nach 3 Rennstunden auf die erste Position vorarbeiten und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Frisses erster Einsatz war für 18:30 Uhr geplant. Er spulte routiniert seine Runden ab und übergab das Auto ohne einen Kratzer an seinen Teamkollegen. Dies sollte sich jedoch in der Nacht ändern. Für 3:30 Uhr war ein Doppelstint über 3h geplant. Das Wetter war umgeschlagen und Frisse musste bei Dunkelheit, strömendem Regen und Nebel zurück auf die Strecke. Zu diesem Zeitpunkt lag man mit ca. 3 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten gut im Rennen. "Bei diesen Bedingungen musst du immer zu 105% konzentriert sein, erklärt Frisse. Nicht nur, dass du bei diesen Bedingungen mit bis zu 250 Km/h über die anspruchsvollste Strecke der Welt fliegst, da sind ja auch noch andere Fahrzeuge mit auf der Strecke! In unserer Klasse musst du immer ein Auge im Rückspiegel haben, da es viele schnellere Fahrzeuge auf der Strecke gibt. Jedoch können wir gerade im Regen und in der Nacht mit unserem 225 PS Auto auch deutlich stärkere Fahrzeuge ärgern!" Frisse fuhr wie entfesselt und übergab das Fahrzeug nach seinen drei Stunden hinter dem Volant mit über 1 Runde Vorsprung.

Nach einer kurzen Ruhephase stieg Frisse um 9 Uhr erneut ins Fahrzeug. Die Strecke war fast komplett abgetrocknet somit haben wir Sliks probiert, jedoch musste ich nach 2 Runden zurück auf Regenreifen wechseln da sich die Schleusen erneut öffneten. Da Frisse in der Nacht so einen guten Job gemacht hatte, entschied das Team, dass er erneut einen Doppelstint über 3 Stunden Fahren sollte. Zu diesem Zeitpunkt, musste ich durch unseren Vorsprung nicht mehr volles Risiko gehen. Ich habe unseren Vorsprung kontrolliert und gesehen, dass das Auto heil wieder an die Box kommt. Gegen 12:30 Uhr musste das Rennen wegen starken Nebels für 1 Stunde unterbrochen werden. Beim Restart waren dann alle Autos wieder direkt hintereinander. Wir hatten zwar weiterhin 1 Runde Vorsprung, jedoch ist die Gefahr, dass du von einem Mittbewerber abgeräumt wirst im Pulk natürlich einiges höher. Die Anspannung war dem gesamten Team ins Gesicht geschrieben, jedoch unterlief dem Schlussfahrer Cederik Totz kein Fehler, und das gesamte Team konnte nach 24 Stunden in der  „Grünen Hölle“ über den Klassensieg und den 68. Gesamtrang von über 150 Startern jubeln.


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