Geldscheine und Münzen

Das kosten Verkehrssünden im Ausland

Autor: Thomas Müller

Der Bußgeldkatalog im Ausland unterscheidet sich gravierend von dem, was der deutsche Autofahrer von zu Hause kennt.

Der beigefügten Tabelle können Sie die Bußgeldsätze für die am häufigsten anfallenden Verkehrsverstöße in 35 europäischen Reiseländern entnehmen.

Berücksichtigt sind die jeweils in Bußgeldkatalogen oder Straßenverkehrsgesetzen ausgewiesenen, landesweit einheitlich geltenden Bußgeldsätze, nicht hingegen privatrechtliche oder kommunale Vertragstrafen bzw. Inkassogebühren

An der Spitze der Länder mit den höchsten Bußgeldsätzen stehen nach wie vor neben Norwegen und Schweden auch die Niederlande, die Schweiz und Italien. Für Tempolimitüberschreitungen um 20 km/h werden dort z. B. mindestens 395 Euro (Norwegen), 250 Euro (Schweden), 170 Euro (Italien) und 165 Euro (Niederlande und Schweiz) fällig. Im Vergleich dazu fallen die für einen einschlägigen Verstoß in Deutschland vorgesehenen Verwarnungsgelder (bis 35 Euro) eher gering aus.

Falschparken ist am teuersten in den Niederlanden (ab 90 Euro), Norwegen (ab 80 Euro), Spanien (bis 200 Euro) und Dänemark (70 Euro). Verhältnismäßig günstig ist es in Bulgarien (ab 5 Euro), Deutschland (ab 10 Euro) und Frankreich (ab 15 Euro).

Da es in vielen Ländern (wie z. B. Österreich) keine festen Bußgeldsätze für einzelne Verstöße gibt, wurden in der Tabelle bei einigen Verstößen nur die gesetzlich vorgesehenen Mindest- bzw. Höchstbeträge („ab“ bzw. „bis“) angeführt.
Je nach Umständen des Einzelfalles können also gegebenenfalls auch höhere oder niedrigere Beträge in Rechnung gestellt werden.

Zudem werden mancherorts bei sofortiger Bezahlung erhebliche Rabatte gewährt: So sind z. B. in Spanien bei Bezahlung des Bußgeldes innerhalb von 20 Tagen nur 50 % des Bußgeldbetrages fällig, was bei einem Tempolimitverstoß mindestens 50 Euro ausmachen kann.

In Italien verdoppelt sich das Bußgeld, wenn es nicht binnen 60 Tagen ab Zustellung des Bußgeldbescheids bezahlt wird (bei Begleichung des Betrages binnen fünf Tagen ab Zustellung des Bußgeldbescheids gibt es dort hingegen wiederum 30 % Rabatt). Frankreich gewährt ebenfalls Ermäßigungen bei Zahlung innerhalb von 15 Tagen.

Verkehrssicherheitsrelevante Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlicht-, Überhol- und Handyverstöße werden aufgrund eines optimierten Halterdatenaustauschs innerhalb der EU jetzt effektiver verfolgt.
Nicht bezahlte Bußgelder aus anderen EU-Ländern können bereits seit 2010 (aus Österreich schon seit 1990) hierzulande vollstreckt werden.

Nach wie vor gibt es für Verkehrsverstöße im Ausland keinen Punkteeintrag im Flensburger Verkehrszentralregister. Auch eine von einer ausländischen Behörde gegenüber einem deutschen Autofahrer ausgesprochene Führerscheinmaßnahme wirkt sich grundsätzlich nicht auf die Fahrberechtigung in Deutschland aus.

Für weitere Fragen rund um das Thema EU-weite Vollstreckung und Bußgeld im Ausland, insbesondere auch in Zusammenhang mit unverständlichen ausländischen Bescheiden, stehen die ADAC Clubjuristen unter der Rufnummer 089/76 76-24 23 gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 


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