Urlaub ohne Auto: In Winterberg reisen Gäste nachhaltig

Autoreninfo: Anne-Sophie Barreau, ADAC Westfalen e.V.
Architekturbüro Helga Köster-Saure

Urlaub im Grünen, vor der Haustür und das ohne Auto – in Winterberg ist das wunderbar möglich. Der ADAC hat das Angebot nachhaltiger Mobilität in 20 beliebten Urlaubsorten in Deutschland unter die Lupe genommen. Winterberg gehört dabei zu den Spitzenreitern.

Wie nachhaltig reisen Urlauber in Deutschland? Das hat der ADAC untersucht und dafür bei den Verantwortlichen nachgefragt, wie einfach Urlauber auch ohne Auto an- und abreisen können, wie mobil sie anschließend vor Ort sind und wie gut sie sich über das Mobilitätsangebot informieren können.
 
Winterberg erfüllt dabei nahezu alle Anforderungen für nachhaltige Mobilität. Gäste haben hier umfangreiche Möglichkeiten, um ohne eigenes Auto mobil zu sein. Urlauber können mit dem Zug, Fern- oder Linienbus an- und abreisen und finden viele Angebote für die individuelle Mobilität vor Ort. Nur für die Information und Kommunikation gibt es Minuspunkte. „Gerade für mich als Sauerländer ist es erfreulich, dass Winterberg bei der Untersuchung so gut abschneidet. Hier sind bereits gute Ideen und kreative Lösungen für nachhaltiges Reisen zu finden. Das ist toll und nicht selbstverständlich. Denn Urlaub ohne Auto wird Reisenden abseits der Metropolen nicht immer leicht gemacht“, sagt Thomas Frisse, Vorstandsmitglied für Touristik des ADAC Westfalen.
 
An der Spitze in der ADAC Untersuchung steht Wernigerode im Harz. Knapp dahinter liegen Winterberg, Bad Mergentheim in Baden-Württemberg und Oberstdorf in Bayern. Das geringste Angebot an nachhaltiger Mobilität finden Urlauber in Haren (Ems): So fehlt schon bei der An- und Abreise die passende Verkehrsanbindung. Auch die anschließende Fahrt zum Hotel, also die „letzte Meile“ zum eigentlichen Ziel, macht angesichts fehlender ÖPNV-Angebote Probleme.
 

Gute Ideen und kluge Modelle: Umweltfreundlich unterwegs in Winterberg


In der Kategorie An- und Abreise ohne Auto erfüllt Winterberg alle grundlegenden Anforderungen. Hier gibt es Haltestellen für Bahn, Fern- und Linienbus sowie eine Rad-Mitnahme in Regionalbahnen, einen Gepäcktransport und die abschließende Fahrt zum Quartier per Taxi, Bus oder Abholung.
 
Großer Pluspunkt: Auch über den Radfernweg „RuhrtalRadweg“ ist Winterberg gut zu erreichen. Bürgerbusse mit ehrenamtlichen Fahrern und der Skibus ergänzen den öffentlichen Nahverkehr und bringen Touristen in ihre Quartiere. Ein schönes Angebot für Ausflüge zwischen Innenstadt und Erlebnisberg Kappe ist die Bimmelbahn „Kappe Express“. Weiter positiv im Sinne der Nachhaltigkeit: Hier fahren elektrisch betriebene Busse. Gäste können ihre Räder in die Busse mitnehmen und es gibt e-Mietwagen und Ladestationen für e-Autos, e-Bikes/Pedelecs inklusive Ladestation sowie muskelkraftbetriebene Fahrräder.
 
In der Kategorie Mobilität vor Ort geht es um öffentlichen Nahverkehr, kurze Umsteigezeiten sowie Gäste- oder Kurkarten, die eine vergünstigte oder kostenlose Nutzung des ÖPNV beinhalten. Weitere Kriterien sind Angebote wie etwa Autovermietung oder Verleih von Fahrrädern. Auch hier erfüllt Winterberg alle Anforderungen.
 
In der Kategorie Information und Kommunikation sind die Ergebnisse unterschiedlich: Über die touristische Webseite des Ortes genauso wie über Broschüren, Antwortmails und telefonische Auskünfte wurden Urlauber mit wichtigen Informationen versorgt. Erfreulich: In Winterberg genauso wie in den anderen 19 untersuchten Urlaubszielen im ländlichen Raum gab es elektronisch abrufbare Verkehrspläne. Allerdings fehlen laut Fragebogen Informationen auf der Webseite des Verkehrsverbundes sowie auf Infotafeln.
 

Fazit der ADAC Untersuchung


Insgesamt zeigt die Untersuchung des ADAC, dass es fast in jedem Urlaubsziel das eine oder andere klimafreundliche Angebot gibt. Das Bemühen um mehr Klimaschutz ist deutlich zu erkennen – allerdings ist auch klar, dass noch Luft nach oben ist.
 
Gäste, die ohne Auto kommen, müssen sich darauf verlassen, dass sie alle Ziele erreichen können und nicht irgendwo steckenbleiben. Um dies für Touristen zu ermöglichen, müssen insbesondere die Reiseketten geschlossen und der Fernverkehr, Mietangebote, der öffentliche Verkehr und Sharing Dienste miteinander vernetzt werden. „Nachhaltige Mobilität und die entsprechenden touristischen Angebote sollten über gezielte Förderung erweitert und verbessert werden. Das ist nur möglich, wenn die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Touristik intensiv zusammenarbeiten“, unterstreicht Frisse.
 
 
Weitere Informationen zu der ADAC Untersuchung unter:

www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/tests/nachhaltige-mobilitaet-in-tourismusorten

https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/touristik/urlaub-ohne-auto-ferienorte-muessen-mobilitaetsangebote-erweitern.html

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