Rüthens erstes Mal...

Autoreninfo: Rainer Schnitger, MSC Bergstadt Rüthen e.V. im ADAC
MSC Rüthen

Motorsportarena Oschersleben, 7 Uhr morgens. Im neu gegründeten Slalomteam des MSC Bergstadt Rüthen steigt langsam, aber sicher die Nervosität. Eigentlich sollte es schon vor Wochen losgehen, aber Corona hat auch das unmöglich gemacht. Zwei Fahrer gehen deshalb erst jetzt beim Projekt Automobilslalom für Rüthen an den Start. Fabian Frisse und Mike Lellek haben hier früh morgens vor allem eins: ganz viele Fragen. Wie anspruchsvoll ist die Streckenführung? Hält der liebevoll aufgebaute Clubrennwagen (Golf 3) durch? Werden wir uns hier blamieren oder läuft alles?

Und noch ein Fahrer des MSC Bergstadt Rüthen ist beim DMSB Rennslalom in Oschersleben am Start: der ehemalige ADAC Youngster Cup Fahrer Marvin Schnitger fährt für das in Bad Honnef ansässige „Team Noelle Motorsport“ auf einem BMW 318.

Die Nervosität weicht langsam der Vorfreude und dem Respekt vor den anderen Teams. Dann um 8:00 Uhr der Start und schnell wird deutlich: verstecken muss sich Rüthen bei seinem ersten Mal ganz sicher nicht. Zuerst fährt Mike Lellek und danach Fabian Frisse. Das Auto macht alles mit und bei den Rundenzei-ten setzt das Team sogar erste Akzente.

„Wir stehen ganz am Anfang und hatten kaum Referenzwerte, aber die monatelangen Vorbereitungen geben uns Recht, dass der MSC Rüthen den richtigen Weg geht.“, freut sich der Projektverantwortliche Fabian Frisse.

Der erste Renntag bringt wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse. Und mit den Plätzen 7 (Lellek) und 11 (Frisse) sogar ordentliche Platzierungen.

Marvin Schnitger und sein Teamkollege von Noelle Motorsport, Lucas Figge (MFC Auf dem Schnee), hat-ten ihren BMW 318 komplett alleine vorbereitet, Zeit für Testfahrten hatten sie vorher aber nicht. Dass der BMW auf Slicks unterwegs ist scheint Marvin allerdings genauso wenig zu beeindrucken, wie die mangelnde Fahrpraxis. Er jagt den knallgrünen Wagen über die Rennstrecke und beeindruckt so auch seinen Teamchef Ralph Noelle.

Lucas Figge hat auf der Rennstrecke stärker mit dem Wagen zu kämpfen und macht zwei Fehler, die ihn auf Rang 6 zurückfallen lassen. Marvin Schnitger rast dagegen auf Platz 4.

Der Sonntag bringt eine komplett neue Streckenführung mit sich. In der Klasse G5 ist das Team aus Rüthen mit dem Golf erneut dabei. Der Parcours verlangt ihnen alles ab. Mike Lellek kommt gut klar und baut so ordentlich Druck auf. Fabian Frisse versucht bei seinem Durchlauf mitzuhalten, kann aber ausge-rechnet im zweiten, entscheidenden Wertungslauf nicht fehlerfrei fahren und fällt auf Platz 12 zurück. Mike Lellek holt sich in der hart umkämpften Klasse einen starken 6. Platz.

Auch Marvin und Lucas starten in einen schweren Tag. Im Durchschnitt hat die Konkurrenz mehr als die doppelte Leistung in ihren Fahrzeugen. Nach einer langen Teamanalyse in der Nacht holen die beiden nochmal alles aus ihrem BMW raus. Gekonnt und spektakulär wollen sie in jeder Runde der fast über-mächtigen Konkurrenz zeigen, was sie können. Lucas hat einen viel besseren tag erwischt. Sein Potential sieht man in jeder Kurve. Der verdiente Lohn: Platz 5.

Marvin Schnitger dagegen will es an diesem Tag über jedes Limit hinausfahren. Und das macht er dann auch. In einer langen Passage sorgt er bei Teamchef und Kollegen für massiv erhöhtes Herzinfarktrisiko! Fast mit Vollgas kommt er von der Strecke ab. Gras und Erde fliegen umher. Die Reifen quietschen, die Bremsen glühen und Marvin fängt den Wagen mit all seinem Können ab und schafft trotz des Schrecks noch Platz 4.

Am Ende des Rennwochenendes sind eigentlich alle happy. Denn es war klar: das ist ein Test. Der erste Härtetest für die Idee eines Slalomteams aus Rüthen. Die starken Leistungen alles Fahrer aus dem ADAC Ortsclub zeigen: in der Jugendarbeit wurde und wird viel richtig gemacht. Investition in den Nachwuchs zahlt sich aus. Das ist der Weg.

Im September geht es mit dieser Erfolgsstory (die noch ganz am Anfang steht) dann in Brilon weiter. Dann wird der MSC Bergstadt Rüthen noch stärker vertreten sein. Denn Leon und Nico Bergmeier sind dann auch mit ihrem Polo am Start.

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