Mit dem Stromer sicher im Sauerland unterwegs

Autoreninfo: Tobias Scheffel, ADAC Westfalen e.V.
Foto: Sauerland-Tourimus e.V. / Anna Galon

Sauerland-Tourismus und Partner absolvieren Fahrsicherheitstraining für E-Autos im VSZ Olpe

Sie kurven leise und abgasfrei durchs Sauerland: Fahrzeuge mit E-Motor. Die Flotte elektrisch betriebener Autos in beruflichem und privatem Einsatz wird größer. Auch immer mehr Tourist-Infos setzen E-Autos als Dienstfahrzeuge ein. Touristikerinnen und Touristiker aus mehreren Orten nahmen jetzt an einem Fahrsicherheitstraining für Elektrofahrzeuge auf dem Gelände des Verkehrssicherheitszentrums (VSZ) in Olpe teil. Und erhoffen sich davon Signalwirkung - für die Zukunft der Elektromobilität, aber auch für das VSZ als außergewöhnliches und vor allem sehr lehrreiches Ausflugsziel.

„Wir möchten die E-Mobilität fördern, gerade auch im touristischen Bereich. Mit unserem Training sehen wir uns als erste Testpersonen eines Angebotes, dem die Zukunft gehört - und helfen dabei, es zu optimieren", erläutert Dr. Jürgen Fischbach, stellvertretender Geschäftsführer des Sauerland­ Tourismus, und spielt damit auch auf die Trainingsmöglichkeiten auf dem Gelände des VSZ Olpe an. Gemeinsam mit dem VSZ hatte der regionale Tourismusverband zu dem Fahrsicherheitstraining eingeladen, als Partner war auch der ADAC Westfalen mit an Bord. Neben Mitarbeitenden des Sauerland-Tourismus nahmen daran Kollegen und Kolleginnen aus den Tourist-Infos Lennestadt & Kirchhundem sowie Winterberg & Hallenberg und der Südwestfalen Agentur teil. Sie waren mit ihren dienstlichen E-Autos nach Olpe angereist.

Vor Ort erprobten sie sich unter Anleitung ihres Trainers Michael Scheffel darin, mit ihrem E­ Fahrzeug richtig und schnell auf Gefahrensituationen zu reagieren. Denn das will gelernt sein, schließlich haben diese Wagen andere Eigenschaften als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. ,,Ein Stromer wiegt wegen des tief liegenden Akkus um einige hundert Kilo mehr als ein Verbrenner. Sein Schwerpunkt liegt tiefer, teilweise fühlen sich die Fahrzeuge mit dem schwereren Akku an wie überladene Kombis", erläutert Michael Springob, Geschäftsführer des VSZ Olpe. Hinzu komme, dass man in bestimmten Situationen vorsichtig mit dem Gaspedal umgehen müsse. Springob: ,,Da die Leistung eines Elektromotors aus dem Stand voll abrufbereit ist, kann es in Notsituationen schon mal passieren, dass man ein Quäntchen zu viel Gas gibt."

Das richtige Verhalten kann man auf der Trainingsanlage des VSZ Olpe üben, die umfangreich ausgestattet ist, unter anderem mit hydraulischen Dynamikplatten, Wasserfontänen, Popstacles und Strecken, die verschieden Fahrbahnbeläge simulieren. Seit 1977 existiert die großzügige Anlage bereits, die von Fahranfängern und auch Profis oft und gern genutzt wird. Mehrfach wurde sie erweitert und umgebaut, 2018 wurden die Zufahrtswege erneuert und ganz aktuell auch die gesamte Trainingsanlage grundsaniert und mit modernster Technik aufgerüstet. Mittlerweile ist das Gelände mehr als 70.000 Quadratmeter groß. Das VSZ ist ein offizieller Verkehrsübungs- und Schulungsplatz des ADAC; fast täglich werden hier Fahrsicherheitstrainings angeboten, so für PKW,

Kleintransporter, Motorrad - besonders wichtig für das Sauerland! - aber auch für Wohnmobil und Caravan oder Offroadfahrzeuge. Jüngst eben auch für E-Fahrzeuge - und damit ist das VSZ Olpe bundesweit die erste ADAC-Schulungseinrichtung, die reine E-Fahrtrainings anbietet. Demnächst werden auch mehrere Ladesäulen für Stromer aufgestellt. Die entsprechende Infrastruktur wird die Firma Mennekes liefern - ein Sauerländer Unternehmen.

„Elektromobilität und das Sauerland in Südwestfalen - das passt eben gut zusammen", stellt Fischbach fest. Nicht nur die Firma Mennekes - die den europaweit normierten Standard-Stecker für E-Autos entwickelt hat-, sondern auch viele weitere heimische Unternehmen aus dem starken Automotive-Bereich in Südwestfalen entwickeln und produzieren Produkte für das weite Feld der E-Fortbewegung. ,,Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem VSZ Olpe und seinen Angeboten auch eine Übungsanlage im Sauerland haben, die weit und breit ihresgleichen sucht. Sie ist auch ein lohnendes Ausflugsziel", betont Fischbach. Nicht nur Automobilclubs und Berufsverbände schicken ihre Mitglieder zu den Trainings, auch Bürgerinnen und Bürger können hier ihre Fahrtechnik verbessern. Firmen schätzen für ihre Veranstaltungen und Teamfortbildungen den besonderen Eventcharakter und Nervenkitzel, der durchaus bei den Übungen entstehen kann. So kommt das VSZ Olpe als Freizeitziel auf 40.000 Gäste jährlich.

Das VSZ Olpe hat sich einen renommierten Ruf aufgebaut. ,,Namhafte Autohersteller testen bei uns ihre ,Erlkönige', also Fahrzeuge, die so noch nicht auf dem Markt sind", berichtet Michael Spri ngob . Und das Gelände des VSZ, dessen Strecken landschaftlich ansprechend durch den Sauerländer Wald verlaufen, wird auch gern für Filmaufnahmen genutzt. Diverse Social-Media-Stars, Präzisionsfahrerinnen und -fahrer sowie Autofirmen drehen hier ihre Videos, aber auch Schulungen für Verkaufspersonal und Fahrzeugeinführungen finden im VSZ Olpe statt.

Für alle, die jetzt am Fahrsicherheitstraining für E-Autos teilgenommen haben, war es ein rundum gelungener und vor allem sehr lehrreicher Tag. ,,Wir haben auch mal untereinander die Fahrzeuge getauscht und alle Übungen mehrfach ausgeführt. Jetzt haben wir ein gutes Gefühl dafür, wie sich unsere verschiedenen Stromer verhalten und wie wir auch zum Beispiel bei widrigen Wetterverhältnissen richtig reagieren können. Das ist für die Fahrten im gesamten Sauerland extrem wichtig", fasst Jürgen Fischbach zusammen.

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