Gisbert Frisse übergibt sein Lebenswerk an Sandra Montenari
Autoreninfo: Sandra Montenari
Frisse übergibt sein Lebenswerk an die gebürtige Kölnerin Sandra Montenari. Bürgermeister Peter Weiken würdigte Frisse als Macher. Auch der Vorsitzende des ADAC Westfalen, Bernd Kurzweg, der von seinem kompletten Vorstand begleitet wurde, hob Frisses außergewöhnliches Engagement hervor.
Es sollte keine gewöhnliche Jahreshauptversammlung werden. Der Vorstand des MSC plante und organisierte eine außergewöhnliche Feier und Ehrung für Gisbert Frisse, der als Gründungsmitglied vor 55 Jahren als Sportleiter seine Karriere im MSC begann. 39 Jahre lang stand er davon an der Spitze des Clubs. Prägende Momente im Motorsport auf der ganzen Welt begleiteten seinen Weg.
Mit dem Bau des Fahrsicherheitszentrums „Kaiserkuhle“ setzte er sein Lebenswerk um. Sichtlich gerührt trat Frisse zu Beginn der Jahreshauptversammlung ans Rednerpult. In seiner Rede begrüßte er zunächst seine Mitglieder und Gäste sowie zahlreiche Ehrengäste. Danach skizzierte er die über fünf Jahrzehnte währende Amtszeit.
Die Eigenständigkeit des Vereins erfolgte 1971 mit der Gründung des MSC. Durch zahlreiche Motorsportveranstaltungen – von Kartrennen mit bis zu 200 Teilnehmern aus ganz Deutschland über Clubslalom, ADAC Youngster Slalom Cup bis hin zu Clubsport- und Deutschen Slalommeisterschaften – wurde Rüthen weit über die Region hinaus bekannt. Namhafte Motorsportler begannen ihre Karriere in Rüthen.
Die Bedeutung des Motorsports stellte Frisse nochmals heraus: Viele Entwicklungen, die heute im Auto selbstverständlich sind, wurden im Motorsport entwickelt. Besonders am Herzen lag ihm die Jugendarbeit. In ganz Deutschland vertreten die Fahrerinnen und Fahrer die Fahnen des MSC und sind dabei äußerst erfolgreich. Viele Titel und Pokale gingen in den vergangenen 55 Jahren in die Bergstadt.
Auch der Bau der Kaiserkuhle war ein Meilenstein. Sie ist mittlerweile auf Platz drei von neun Zentren im Bereich Fahrsicherheitstraining, insbesondere im Lkw-Sektor. Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei nutzen seit vielen Jahren die Anlage zur Schulung.
Neben persönlichen Erlebnissen und Anekdoten – von denen es reichlich gab – dankte Frisse all den Menschen, die diesen Weg mit ihm gegangen sind. Es entstanden Freundschaften, die über Jahrzehnte Bestand haben.
Bürgermeister Peter Weiken erinnerte an viele gemeinsame Gespräche: „Wir haben dicke Bretter gebohrt, aber du hast Rüthen durch den Motorsport und das Fahrsicherheitstraining weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. Der MSC Bergstadt Rüthen ist und bleibt eine Bereicherung für die Stadt.“
Auch Bernd Kurzweg (Vorsitzender ADAC Westfalen) würdigte Gisbert Frisse: „Du hast sehr viel Verantwortung übernommen. Du warst in allen Gremien des ADAC vertreten. Du warst Vorbild und Vorreiter.“ Besonders hob er hervor, dass für Frisse stets der Mensch im Mittelpunkt stand.
Auch Bernhard Jühe (Ehrenvorsitzender der MSF Warstein) und langjähriger Freund hielt eine bewegende Laudatio: „Mein Freund, du hast hier Außergewöhnliches geleistet. Das Amt des Vorsitzenden in junge Hände zu legen, ist eine weitsichtige Entscheidung“, und wünschte Sandra Montenari viel Glück bei der Nachfolge dieses verantwortungsvollen Amtes.
Weiter führte er in seiner Rede zur Kaiserkuhle aus, dass bereits 1976 erste Gespräche über den Bau der Anlage begannen, 1987 wurde der Traum Wirklichkeit. Bis heute absolvierten rund 35.000 Kraftfahrer ein Fahrsicherheitstraining in Rüthen, etwa 18.000 Motorsportler stellten ihr Können unter Beweis und über 1.300 Kinder und Jugendliche erlernten hier den sicheren Umgang im Straßenverkehr.
Jühe verabschiedete sich mit den Worten: „Lieber Gisbert, nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren.“
Auch Sandra Montenari richtete zum Ende der Reden ihre Worte an den Verein und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen: „Ich fühle mich diesem Verein nicht nur als Vorstandsmitglied verbunden, sondern vor allem als Teil einer starken Gemeinschaft. Ich stehe für Teamarbeit und Verlässlichkeit. Ich möchte Bewährtes erhalten und neue Impulse setzen.“
Im weiteren Verlauf der Versammlung berichteten die einzelnen Referenten des MSC Bergstadt Rüthen durchweg positiv über das zurückliegende Jahr 2025. Sportlich wie organisatorisch konnte der Club zahlreiche Erfolge und gelungene Veranstaltungen verzeichnen. Auch der Ausblick auf das Jahr 2026 verspricht ein aktives und abwechslungsreiches Vereinsjahr mit vielen Veranstaltungen, Trainings, Meisterschaften und gemeinschaftlichen Aktivitäten.
Bei den weiteren Wahlen wurden Sportleiter Andre Wicker, Jugendleiter Markus Meier und Verkehrsreferent Michael Kura in ihren Ämtern bestätigt. Nicole Fechner löste Eva Kruse als Schriftführerin ab. Fabian Frisse übernimmt das Amt von Sandra Montenari und wurde für die kommenden zwei Jahre zum Pressesprecher gewählt.
Auf persönlichen Wunsch von Gisbert Frisse nahm er zudem noch einige Ehrungen vor: Für 10-jährige Mitgliedschaft wurden Hanna Schniedertüns und Andrea Kersting ausgezeichnet. Bereits 25 Jahre Clubmitgliedschaft feiern Patrick Bertels und Ehrenmitglied des MSC Bergstadt Rüthen, Franz Konrad.
Nach dem offiziellen Teil ließ man den bewegenden Abend noch lange gemeinsam ausklingen. In zahlreichen Gesprächen mit Gästen, Wegbegleitern und Mitgliedern wurde gelacht, erinnert und in die Zukunft geblickt – ein würdiger Abschluss für einen historischen Abend im MSC Bergstadt Rüthen.
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