Dortmunder Knutschkugeltreffen

Autor: Tobias Scheffel, ADAC Westfalen e.V.

Sie ist klein, rund und hat nur 12 PS. Trotzdem ist sie ganz stark, wenn es darum geht, die Herzen von Oldtimerfans höher schlagen zu lassen: die BMW Isetta. Deshalb ist sie auch unser „Stargast“ beim zweiten ADAC Oldtimer- Workshop gewesen. Laut knatternd rollten sie nacheinander auf den Hof. Sogar eine der extrem seltenen 600er war dabei. Aber natürlich deutlich mehr 250er und 300er. 

„Die Farbe ist BMW Original Azurblau!“ sagt Isetta-Besitzer Peter Gabriel aus Dortmund Hombruch mit etwas Stolz in der Stimme über seine 250er. Sie ist eine der letzten, die 1962 überhaupt noch gebaut wurde. Als er sie vor 14 Jahren gekauft hat, war sie komplett durchgerostet und ziemlich am Ende. Aber Peter Gabriel hat sie mit viel Liebe und Ehrgeiz zu neuem Leben erweckt. Es war eine Menge Arbeit sagt er, aber das sei ihm nun mal wichtig gewesen.

„Tradition sollte man erhalten. Die sterben aus diese Autos. Die modernen Autos heute sehen alle gleich aus, zumindest mehr oder weniger. Und alte klassische Autos, das ist halt was Besonderes. Die Autos haben noch Charakter. Es ist ja nicht nur die Isetta. Auch andere Autos, die ich auf Oldtimertreffen sehe. Da gibt’s was für die Augen.“ meint er.

Doch der ADAC Oldtimer-Workshop zieht nicht nur Isetta-Besitzer an, sondern auch Fans des Kleinstwagens, den viele Menschen liebevoll “Knutschkugel“ nennen. Mit leuchtenden Augen läuft Dieter Jakubowicz die Reihe der Isettas ab. Der 82-jährige nimmt die Hand seiner Frau und zieht sie aufgeregt an die Seitenscheibe einer 300er. 

„Und damit sind wir damals über die Alpen gefahren! Es war ein Höllenritt. Aber es war trotzdem großartig!“ erzählt er ihr und zeigt mit leichtem Kopfschütteln, aber lächelnd immer wieder auf die schmale Sitzbank. 

Oldtimerfans solche Momente zu schenken, bei den großen oder kleinen Wehwehchen der geliebten Autos zu helfen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen - das ist die Idee, die hinter dem Projekt ADAC Oldtimer-Workshop steckt. In den Prüfhallen in Dortmund bietet der ADAC Westfalen beste Bedingungen für so ein Treffen der Oldie-Fans. 

„Da gab es heute schon wieder jede Menge Tipps und interessante Gedanken. Dass man sich einfach auf einer ganz lockeren Ebene hier austauscht, das ist unsere Idee dazu. Ich finde das auch toll, dass das wieder so gut funktioniert hat. Es ist das zweite Mal, dass wir diese Veranstaltung machen. Und beide Male kann man eigentlich nur sagen: alles war gut, alles war schön!“ erklärt ADAC Westfalen Vorstandsmitglied Klaus Hasenpusch.

Abgesehen von den Isettas sind sogar noch zwei „große“ BMW in Dortmund mit dabei. Am Mittag kommt sogar noch ein Mercedes. Verirrt hat der sich nicht. Der Mercedes-Fahrer war früher auch Isetta Besitzer und wollte einfach gerne dabei sein, wenn sich gleich ein ganzer Haufen Isettas hier in Dortmund zusammentut.


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