Der neue Vorsitzende Bernd Kurzweg (links) verabschiedet seinen Vorgänger Bernhard P. Jühe (rechts). In der Mitte der neu gewählte Vorstand für Sport und Stellvertreter des Vorsitzenden Jürgen Hieke.
Der neue Vorsitzende Bernd Kurzweg (links) verabschiedet seinen Vorgänger Bernhard P. Jühe (rechts). In der Mitte der neu gewählte Vorstand für Sport und Stellvertreter des Vorsitzenden Jürgen Hieke.

Das Mitglied steht immer im Vordergrund

Autor: Dr. Peter Meintz, ADAC Westfalen e.V.

Neuer Vorsitzender des ADAC Westfalen Bernd Kurzweg im Interview

Er steht künftig an der Spitze des ADAC Westfalen: Bernd Kurzweg ist zum neuen Vorsitzenden des ADAC Westfalen gewählt worden. Bei der Mitgliederversammlung des Regionalclubs in Dortmund am 25. März erhielt er die große Mehrheit der Stimmen. Damit tritt er die Nachfolge von Bernhard P. Jühe an. Zuvor war Kurzweg Vorstandsmitglied für Finanzen des Regionalclubs. Im Interview spricht er über sein neues Amt, Parallelen zu seiner hauptberuflichen Tätigkeit und die Themen, die den ADAC Westfalen in Zukunft bewegen werden.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl als Vorsitzender, Herr Kurzweg. Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an den ADAC Westfalen denken?

Bernd Kurzweg: Zunächst die „Gelben Engel“, die auf so kompetente und sympathische Weise bei einer Panne weiterhelfen. Wir erhalten da sehr viel positive Rückmeldung. Natürlich denke ich auch sofort an die enge Zusammenarbeit mit den Ortsclubs, genauso wie mit Vorstand, Vorstandsrat und Club-Syndikus sowie mit dem Team rund um die neue Geschäftsführung in der Dortmunder Zentrale des ADAC Westfalen. Das Engagement für den ADAC Westfalen bereitet mir große Freude. Es ist natürlich auch mit viel Arbeit und einem hohen Zeitaufwand verbunden, aber ich leiste das sehr gerne. Im Vordergrund unserer Tätigkeit stehen dabei immer das Mitglied und die Leistungen, die wir als Experte rund um die Mobilität zur Verfügung stellen.

Was hat Sie dazu bewogen, das Amt als Vorsitzender des ADAC Westfalen anzutreten?

Die Frage müsste eher heißen, wer mich dazu bewogen hat (lacht). Von mehreren Seiten bin ich sehr intensiv gebeten worden für das Amt zu kandidieren. Die Mitglieder des Vorstands und des Vorstandsrats des ADAC Westfalen haben sich sehr dafür eingesetzt. Mein Arbeitgeber, die Sparkasse Vest Recklinghausen, hat es möglich gemacht und mich in meiner Entscheidung bestärkt. Auch meine Familie hat ihr Okay gegeben; das war mir sehr wichtig. Bei allen möchte ich mich bei dieser Gelegenheit nochmals ganz herzlich für die Unterstützung bedanken. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Es reizt mich, die Zukunft des ADAC Westfalen in meiner neuen Funktion mitzugestalten.

Sie haben also die volle Rückendeckung von allen Seiten. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere einer Aufgabe im Ehrenamt des westfälischen Regionalclubs?

Obwohl wir als Mitglieder des Vorstands ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, tragen wir gleichzeitig eine außergewöhnlich große Verantwortung – für Mitarbeiter, Mitglieder und Ortsclubs genauso wie für das Vermögen des ADAC Westfalen. Wir zählen aktuell knapp 1,4 Millionen Mitglieder. Namhafte Unternehmensberatungen sprechen sich dafür aus, die Vorstände solcher Mega-Vereine so zu behandeln, wie die Vorstände einer Aktiengesellschaft und die Geschäftsführung einer GmbH. Die ehrenamtliche Tätigkeit mit dieser großen Verantwortung zusammenzubringen, ist unheimlich anspruchsvoll. Meine bisherige Tätigkeit beim ADAC Westfalen zeigt aber auch, dass es sehr gut möglich ist und dies für mich auch in Zukunft sein wird.

Sie haben bereits mehrjährige, umfassende Erfahrungen als Vorstandsmitglied des ADAC Westfalen, aber auch in ähnlichen Strukturen wie der Sparkasse. Welche Vorteile bringt das für die Arbeit in Ihrer neuen Funktion?

Der ADAC und die Sparkasse sind ähnlich gewachsen. Struktur, Aufbau und Zusammenhänge weisen zahlreiche Parallelen auf. Das bringt natürlich riesige Vorteile für meine Arbeit beim ADAC Westfalen mit sich. Bei beiden Organisationen spielen die regionale Präsenz und Eigenständigkeit vor Ort einerseits und die Gesamtorganisation andererseits eine wichtige Rolle. Sich gegenseitig zu unterstützen und dabei gleichzeitig voneinander abzugrenzen, ohne in Konkurrenz zueinander zu treten – genau das macht ihre Stärke aus. Die Leistungen des ADAC Westfalen als starker Regionalclub sind in diesem Umfang und dieser Qualität nur im Austausch und in Kooperation mit den anderen Regionalclubs und der Zentrale des ADAC in München möglich.

Welche Themen werden die Diskussionen im ADAC Westfalen in der nächsten Zeit bestimmen?

Ein zentrales Thema wird die Positionierung gegenüber dem Zukunftsprogramm „Pole Position“ sein. Das von München ins Leben gerufene Projekt wird auch uns als Regionalclub vor Herausforderungen stellen. Mit den sich ändernden Anforderungen an die Regionalclubs liegt unser Augenmerk darauf, die Wirtschaftlichkeit des ADAC Westfalen sicherzustellen: Es gilt das entstandene Vermögen zu sichern und ein Stück weiter auszubauen, um die gleiche Leistungsfähigkeit des ADAC Westfalen für unsere Mitglieder künftig zu erhalten und weiterzuentwickeln. 

Sehr präsent ist außerdem der bevorstehende Neubau in Gelsenkirchen. In der Sellhorststraße errichtet der ADAC Westfalen einen Komplex mit öffentlich geförderten Mietwohnungen, neuer ADAC Geschäftsstelle, neuer ADAC KFZ-Prüfhalle, einem Filialisten und Parkhaus. Wir stehen kurz vor endgültiger Vertragsunterzeichnung, die entscheidenden Weichen für das Bauvorhaben sind gestellt.

 Wichtig ist mir auch, das Image des ADAC Westfalen noch stärker in den Fokus zu rücken, neue Ideen zu entwickeln und unsere Mitarbeiter zu fördern und zu fordern. Bei all diesen Punkten liegt mir stets eine nachhaltige und ganzheitliche Betrachtungsweise am Herzen.

Wo möchten Sie Schwerpunkte setzen?

Die Ortsclubarbeit ist mir ein großes Anliegen. Das Clubleben im ADAC ist vielseitig. Unsere Ortsclubs zeigen stets großen Einsatz und verfügen über viel Erfahrung und umfassendes Wissen zu Themen von Motor- und Oldtimersport über Verkehrssicherheitsarbeit bis hin zu Camping. Besonders am Herzen liegt mir, dabei gezielt auch junge Menschen ansprechen. Wenn wir aktiv auf Schulen, Kindergärten und Eltern zugehen und junge Menschen beispielsweise über den Motorsport für den ADAC interessieren, können die Ortsclubs eine noch breitere Basis aufbauen. Als meine Kinder noch klein waren, kannte ich die umfassenden Leistungen für junge Leute leider noch nicht. Das ist schade, denn was die Ortsclubs hier alles auf die Beine stellen ist toll. Für meine Kinder wäre da auf jeden Fall etwas dabei gewesen. Von Fahrradturnieren, Kartrennen und Slalomfahren bis hin zu Angeboten rund um die Verkehrssicherheit ist die Auswahl groß. Das möchte ich noch stärker publik machen und so die Jugendarbeit des ADAC Westfalen stärken.

Die neue Organisationsstruktur des ADAC Westfalen widmet sich zukunftsfähigen Themen wie beispielsweise der Digitalisierung. Wie lautet Ihre Einschätzung dazu?

Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche. Sie bringt viele Herausforderungen, aber auch große Chancen mit sich. In den Zeiten von Smartphone, Tablet, Social Media und digitalen Assistenten gilt es, unsere digitale Kompetenz weiterhin auszubauen, die Dienstleistungen des ADAC diesbezüglich weiterzuentwickeln, interne Abläufe zu hinterfragen und die Mitarbeiter entsprechend darauf vorzubereiten. Das Büro der Zukunft wird sicherlich anders aussehen als heute. Wenn wir die digitalen Potentiale nutzen, können wir noch effizienter wirtschaften und noch stärker auf die individuellen Wünsche unserer Mitglieder eingehen. Über das ADAC Online-Reiseportal lassen sich Urlaubsreisen schon jetzt bequem von zu Hause aus planen und buchen. Es stellt sich die Frage, wie dies auch für vertriebliche Prozesse beispielsweise in Hinblick auf das Versicherungsangebot des ADAC genutzt werden kann. 

Vor welchen Herausforderungen steht der ADAC Westfalen?

Wir müssen noch stärker zusammenrücken. Die angesprochenen Themen sollten wir als Regionalclub gemeinsam mit der Zentrale des ADAC in München bearbeiten, um effektiv zu handeln. 

In den vergangenen Jahren haben Sie als Vorstandsmitglied für Finanzen eng mit dem gesamten Vorstand zusammengearbeitet. Woran denken Sie am liebsten zurück?

Im Laufe der Jahre hat sich mit meinen Vorstandskollegen eine Freundschaft entwickelt. Es sind einfach tolle Menschen, die ihre Sache voll und ganz verstehen und mit Herzblut bei der Sache sind. Ich möchte mich ganz herzlich für die vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit bedanken. Wir konnten uns stets zu hundert Prozent aufeinander verlassen. So konnten wir viele Dinge angehen, Probleme lösen und den ADAC fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch, ein funktionierendes Team mit den richtigen Leuten auf die Beine zu stellen. Jetzt freue ich mich sehr auf die neue Aufgabe und die Zusammenarbeit mit dem gesamten Vorstand.


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  Ansprechpartner
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