6. ADAC Classic Tour Westfalen – Über Grenzen hinweg durchs Hamaland
Autoreninfo: Janine Lollert, ADAC Westfalen e.V.
Das Wetter? Nennen wir’s typisch Oktober – die Sonne hielt sich zurück, dafür blieb’s weitgehend trocken. Und die Stimmung im Starterfeld war, wie immer, blendend. Kein Wunder bei dieser Route: Entlang der traditionsreichen Hamalandroute, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert, ging es über kurvige Landstraßen, durch beschauliche Dörfer und gleich mehrfach über die deutsch-niederländische Grenze.
„Unsere Classic-Tour ist mittlerweile Tradition“, betonte Bernd Kurzweg, Vorstandsvorsitzender des ADAC Westfalen, beim Start in Vreden. „Ich sehe einige Gesichter, die ich schon öfter hier gesehen habe – also Wiederholungstäter. Scheinbar ist unsere Tour sehr beliebt, sodass viele wiederkommen und sich freuen, dabei zu sein.“
Flamingos, Fairplay und viel Gelächter
Bevor die Motoren überhaupt gestartet wurden, wartete schon die erste Herausforderung – und zwar zu Fuß: Die Teilnehmenden sollten mit fünf Ringen auf pinke Flamingo-Figuren werfen. Eine Aufgabe, die beim Vater-Sohn-Gespann Stephan und Titus Kümmel für einen kleinen Lacher sorgte. Nach zwei Fehlwürfen stellte Titus trocken fest: „Ich kann halt einfach nicht werfen.“ Vater Stephan konterte lachend: „Gott sei Dank spielt der Junge Fußball und kein Handball!“ Doch auch die restlichen Versuche von Vater Stephan blieben erfolglos – die beiden nahmen’s jedoch sportlich: „Ich glaube, dass hat der Junge vom Vater! Aber wir sind ja zum Spaß hier“, grinste Stephan.
Entspannte Tour durchs Münsterland
Nach dem humorvollen Auftakt führte die Strecke weiter durch das herbstliche Münsterland. Zur Mittagsrast kehrte der Oldtimer-Tross im Hotel und Restaurant Kloppendiek ein, bevor es am Nachmittag zurück nach Vreden ging. Besonders die ländliche Kulisse und der entspannte Charakter der Tour kamen bei den Teilnehmenden gut an.
„Hier in Vreden ist es immer angenehm entspannt“, sagte Beifahrer Manfred Weß, der mit Horst Kühn und einem Volvo 144 Baujahr 1967 am Start war. „Wir haben schon ein paar andere Touren gemacht, die deutlich anspruchsvoller sind. Uns geht’s mehr ums Fahren, ums Suchen des Weges – und natürlich auch um den Austausch mit den anderen Teams.“
Zieleinfahrt mitten in der Innenstadt
Auf dem Marktplatz in Vreden gabs dann vor voller Kulisse einen gebührenden Empfang für die Teilnehmenden und ihre Oldies. Zwischen verkaufsoffenem Sonntag, Vereinsständen und gratis Popcorn passten die Oldtimer perfekt in die Kulisse. Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp freute sich über die langjährige Zusammenarbeit:
„Ich finde es einfach toll, dass so viele Menschen und so viele verschiedene Autos in die Stadt kommen. Das ist ein zusätzlicher Anziehungspunkt für unseren Hamalandtag – und die Ausfahrt ist hier längst ein etabliertes Format.“
Mit Heimspiel zum Sieg
Am Ende sicherten sich Thomas Lansing und Stephan Winkelhaus den Sieg. Das Duo aus dem örtlichen Oldtimer-Club war mit einem Volvo P1800 S von 1965 am Start – und offenbar bestens eingespielt:
„Mit dem Sieg haben wir überhaupt nicht gerechnet“, so Winkelhaus. „Die erste Wertungsprüfung mit den Flamingos war schwierig, aber danach lief’s super.“
Thomas Lansing fügte augenzwinkernd hinzu: „Vielleicht hatten wir ja einen kleinen Heimvorteil. Wir sind quasi um den Pudding von Vreden herumgefahren – da kennt man die Straßen eben etwas besser.“
Kleine Isetten, große Überraschung
Für einen Lacher am Ende sorgten dann noch zwei Isetten im Starterfeld. Nach einer längeren Funkstille auf der Strecke vermutete man schon, die beiden Teams hätten sich spontan auf den Heimweg gemacht. Doch weit gefehlt: Etwas verspätet tauchten sie bei der letzten Sonderprüfung auf der Zielgeraden wieder auf – und das Isetten-Team mit der Startnummer 13, Klaus und Margret Schütte, holte dort sogar noch die höchste Punktzahl beim „Car-Pong“ und sicherte sich somit den Sieg der Sonderprüfung.
Großer Dank an alle Helfer
Ein großes Dankeschön gilt wie immer den vielen helfenden Händen aus unseren Ortsclubs, ohne die eine solche Veranstaltung schlicht nicht möglich wäre. Sie sorgen jedes Jahr dafür, dass alles rund läuft – von der Startnummer bis zum Applaus im Ziel. Danke an den MF Hohenlimburg, den AC Ahaus, den Bocholter AC, den MRSC Waltrop, den MFC Auf dem Schnee sowie den MSC Sprockhövel.
Die Classic Tour Westfalen ist längst mehr als nur eine Oldtimerausfahrt. Sie ist ein Stück westfälisches Gemeinschaftsgefühl auf Rädern – und ein schöner Beweis dafür, dass Leidenschaft für alte Fahrzeuge keine Saison kennt.

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